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Afterglow

Joschua Hohenbrink

Afterglow verwandelt einen Baum im Schwarzenberggarten in einen Ort der Erinnerung. Eine leere Schaukel bewegt sich sanft im Wind, als wäre die Zeit für einen Augenblick stehen geblieben.

„Mich interessiert der Moment, in dem Realität und Erinnerung ineinanderfließen – als würde sich für einen Augenblick ein Tor in eine andere Zeit öffnen.“ 

Ausgangspunkt ist Fragonards Rokoko-Gemälde »Die Schaukel«. Statt einer realen Schaukel erscheint eine holografische Projektion: Fragmentarische Klanglandschaften verstärken den Eindruck eines flüchtigen Nachhalls. Die Installation lädt dazu ein, den Park mit neuen Augen zu betrachten und die Spuren seiner Geschichte wahrzunehmen.


Lichtblicke
von der Idee zum Werk

Afterglow ist der Titel deiner Arbeit für KLANGLICHT im Park. Wie würdest du die Installation beschreiben?
Afterglow nimmt seinen Ausgangspunkt in Jean-Honoré Fragonards berühmtem Gemälde »Die Schaukel«. Mich faszinierte die poetische Stimmung dieses Bildes – der verwunschene Garten, die Leichtigkeit und das Gefühl eines eingefrorenen Moments. Diese Atmosphäre wollte ich in die Gegenwart übertragen. Im Park erscheint deshalb eine schaukelnde, holografisch projizierte Schaukel, die scheinbar verlassen ist. Die Person ist längst verschwunden, doch ihre Bewegung bleibt wie ein Nachhall der Vergangenheit erhalten. Begleitet wird die Arbeit von fragmentarischen Klängen, die an barocke Musik, Lachen und Wind erinnern und eine stille Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Welche Atmosphäre möchtest du schaffen?
Ich wünsche mir, dass die Besucherinnen und Besucher die Arbeit zunächst eher entdecken als sofort erkennen. Sie soll Neugier wecken, zum Näherkommen einladen und ein kleines Rätsel bleiben. Die Installation ist ruhig, poetisch und leicht geheimnisvoll – nicht unheimlich, sondern wie ein Echo einer längst vergangenen Zeit.

Was verbindet die Arbeit mit deiner künstlerischen Haltung?
Mich interessiert, wie neue Medien unsere Wahrnehmung der Realität erweitern können. Ich möchte vorhandene Orte nicht überformen, sondern ihnen eine zusätzliche Ebene geben – als würde sich für einen Moment ein Tor in eine andere Wirklichkeit öffnen. Natur, Licht, Bewegung und Klang spielen dabei eine zentrale Rolle.
 


Biografie

Joschua Hohenbrink, Digital Artist and Creator (geb. 1986, Deutschland), tätig als Freelancer und Künstler, mit Schwerpunkt auf audiovisuellen Installationen und Projection Mapping. Studium der Media Art (BFA, AKI ArtEZ, Niederlande); momentan Master in Arts and Design an der FH Joanneum (Österreich) mit Fokus auf Atmosphäre im sakralen Raum und Video-Mapping. Arbeiten u. a. präsentiert bei Klanglicht Graz, Generate! Festival und internationalen Ausstellungen, mit Projekten in den Bereichen Videomapping, Soundscape und interaktive Installationen.


Gregor Schmitz studiert an der FH Joanneum in Graz Sound Design und strebt seinen Master of Arts für 2026 an. Bereits im letzten Jahr entstand in einer Kooperation ein Sound Design für die bei KLANGLICHT gezeigte Arbeit „Eye see you“ von Olafur Eliasson.
 


Credits

Konzeption und Visuelle Gestaltung: 
Joschua Hohenbrink
 

Sounddesign: 
Gregor Schmitz